ICH WAR IN DEUTSCHLAND! ICH WAR IN DEUTSCHLAND! ICH WAR IN DEUTSCHLAND!
Das war ja verrückt! Ihr könnt euch nicht vorstellen was ich die letzten Tage, Wochen, ja schon 2 Monate durchgemacht habe. Am 5. September (4 Tage nach meiner Ankunft) hatte ich nämlich schon für Ende Oktober (unsere Ferien hier) einen Flug nach Berlin gebucht. Bei 80¤ hin- und zurück musste ich sofort zuschlagen.
Und das sollte eine große Überraschung werden. Naja wie es dann aber so kommt, MUSSTE ;) ich im Laufe der 2 Monate den Papi, den Franz, Kathi und Stefan einweihen. Das hat trotzdem nichts daran geändert, dass ich seit Anfang Oktober nicht mehr durchschlafen konnte, weil ich so aufgeregt war. Jeden Tag habe ich mehrmals Mitfahrgelegenheits-, Bus-, Zug-, Couchsurfing-seiten durchforstet, ob mir irgendwas zur Seite steht. Ich war sooo aufgeregt, wie die Mami und die Emmi reagieren, wenn ich plötzlich vor ihrer Nase stehen und ich hab mich total auf Zuhause gefreut.
Die 80¤ alleine wären aber zu einfach gewesen. Der ganze Trip hätte dann nämlich so ausgesehen. Samstagabend für 20-25¤ nach Paris. Dort entweder Hostel oder im Flughafen übernachten. Da ich 7uhr am Flughafen sein musste und ich geizig bin, war Hostel nicht drinne und so zeitig fuhr nichts und niemand von Rouen nach Orly. Naja, nicht weiter schlimm...Ich kenn ja nun „auf dem Flughafen übernachten“(Siehe Glasgow). Blöd war nur, dass es inzwischen Minusgrade bei uns gibt (nein die Heizung will immer noch nicht so richtig), dass Paris Orly während 4 Stunden nachts SCHLIESST und die Krönung, dass in der Nacht die Zeit umgestellt wurde und es damit 5 Stunden gewesen wären. Von Berlin hätte ich dann wieder mit Bus, Zug oder MFG nach Dresden gemusst = Zeit und Geld.
Aber das alles war mir total egal, denn ich hatte mich ja auf Zuhause gefreut. BIS zu dem Moment, als mir der Mirko schreibt, dass er in Frankreich, 1h südlich von Rouen ist und mich am Freitag (also 2 Tage eher) mit nach Dresden nehmen kann. Da hab ich mir aber in den Arsch gebissen. Und nochmal eine Woche alle Möglichkeiten durchdacht, überlegt, ... um mein Ticket loszubekommen und mit dem Mirko mitzufahren. Leider gab es das Problem, dass sie schon Donnerstag losfahren wollten und da hab ich European Union. Und unentschuldigt fehlen geht ja hier nicht, da bekommt man gleich Punkte bei der Prüfung abgezogen! Also habe ich das immer mal wieder aus dem Kopf geworfen. Aber so richtig wollte es nicht.
Und dann kam der Hammer. Franzosen gehen ihrem Lieblingssport nach. Bodenpersonalstreik auf dem Flughafen Paris Orly bis Montag oder Dienstag. (ich sollte Sonntag fliegen). Manche Flüge wurden annulliert (das hab ich gehofft, da hätte ich Geld zurück bekommen), mein Flug auf Sonntagabend von Charles de Gaulle verlegt. Das war dann der ausschlaggebende Punkt, dass ich mir gesagt habe...okay sch*** auf European Union. Du kannst 2 Tage eher zuhause sein, musst nicht nachts aufm Flughafen schlafen, kannst ALLE überraschen und fährst mit Mirko und Sébastien mit dem Auto zurück. Gesagt getan, Donnerstagfrüh stand ich dann mit einem Magen-Darm-Virus beim Arzt und nachmittags ging es nach Valenciennes zum einkaufen, lecker essen, quatschen, eine Nacht da übernachten und Freitag 16uhr wurde ich bei der Kathi rausgeworfen bzw. habe ich mich selbst abgesetzt, da ich dem Mirko beim Fahren unterstützt habe.
Die Kathi meint, sie hätte es sich schon gedacht, aber eigentlich war es schon eine Überraschung. Dann bin ich zum Papi (der zwischenzeitlich mit der Kathi über Sonntag und mich von Berlin abholen geredet hat) und das Gesicht zeigte schon mal großes Erstaunen. Das war sooo toll und schön und achhh toll. Und dann sind wir zur Mama und zur Emmi gefahren. Und nach 2 Wochen vor Aufregung nicht schlafen können, war es noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Die Mama war sooo fassungslos. Das Gesicht hat Bände gesprochen, nicht beschreibbar, nicht vergessbar. Es hat meine (hohen) Erwartungen noch mehr übertroffen. Und auch meine Kleine hat sich unheimlich dolle gefreut. Es war gigantisch. Ich bin dann gleich abends bei der Emma Luise geblieben und hab bei ihr übernachtet, so dass wir einen Schwesternabend gemacht haben.
Samstagfrüh wollte ich dann den Franzl überraschen, was –administrativ gesehen-ganz gut geklappt hat, allerdings habe ich ihm einen Tag geraubt und das Wochenende kaputt gemacht, da das nicht nach seinem Plan lief :) Damit kann ich leben.
Die 11 Tage, die ich in Radebeul verbracht habe waren traumhaft. Die meiste Zeit hab ich mit meinem geliebten Franz oder meiner Familie verbracht. Bei ein paar wenigen Freunden habe ich es geschafft vorbei zu gucken. Aber ich wollte mich auch einfach keinen Stress machen und so viel wie möglich von meiner Familie genießen. Außerdem habe ich viel entspannt, war reiten, bei Franz Opa zum Geburtstag, essen, einkaufen und habe nichts für Uni gemacht. Es war einfach unglaublich schön. Meine Familie und mein Franz sind eben die Besten.
Zurück bin ich dann Montag mit dem Flieger (Eltern sein dank). Da hat die Mama den Spieß umgedreht und mich am Flughafen überrascht. :) Der Flug hat mich zwar relativ schnell nach Paris gebracht , aber von da hab ich nochmal 3,5h in mein Appartement gebraucht. Im Flughafen, bei der Gepäckrückgabe gab es noch einen witzigen Moment. Da kommt plötzlich eine Tasche an und aus der läuft in Strömen (wirklich in Strömen) weiße Flüssigkeit heraus. Erst hab ich mich gewundert was es ist, aber nach wenigen Sekunden, hat der Duft den kompletten Gepäckbereich eingenommen. Purer Wodka. Der leider in der Tasche zerbrochen ist. Und dann mehrere Flaschen. Das war schon witzig.
So jetzt bin ich wieder in Rouen hoch motoviert angekommen (sind ja auch nur noch 6 Wochen) und hab mich fast bissl auf mein Appartement gefreut und selbst auf Uni und so. Aber da es jetzt seit Dienstag früh durchregnet, ich meine Sachen und Schuhe nicht mehr trocken kriege und die Heizung immer noch nicht richtig will, hab ich schon wieder keine Riesenlust mehr. Aber hey 6 Wochen....
Gestern habe ich eine Casestudy und heute einen Vortrag hinter mich gebracht. Es bleiben also nur noch Französisch-Zwischenprüfung diesen Freitag, noch eine Casestudy, 2 Vorträge, 2 Aufsätze und 6 Prüfungen.
Heute war ich außerdem mal im „Fitnessstudio“, nachdem ich nicht mehr in meine Hosen in Deutschland gepasst habe. Das war ganz gut, aber bissl doofe Zeiten sind es immer. Na mal sehen, wie ich das fortsetze.
So ich mach jetzt erst mal wieder Schluss. Bis Bald eure Vicky